Sechs Reinigungsroboter im Vergleich: Wer schafft 6.000 m² im Flughafen bei Nacht?

Ein Vergleich von Kärcher, Cleanfix, Nilfisk, Gausium, TASKI und PUDU – mit Blick auf Flächenleistung, Versorgung und tatsächlichen Betreuungsaufwand.
6.000 Quadratmeter Hartboden sollen bis zum Morgen gereinigt sein. Für einen Flughafen klingt ein autonomer Scheuersaugroboter zunächst nach einer passenden Lösung. Doch die wichtigste Frage lautet: Schafft das Gerät die Fläche unter den tatsächlichen Bedingungen – einschließlich Wasserwechsel, Ladepausen und Unterbrechungen?
Ein hoher Wert im Datenblatt beantwortet diese Frage noch nicht. Wer einen Roboter auswählt, muss den gesamten nächtlichen Ablauf betrachten.
Das Einsatzbeispiel: Was der Roboter leisten soll
- Pro Nacht sollen 6.000 m² Hartboden einmal vollständig scheuergesaugt werden.
- Als Rechenbeispiel steht ein achtstündiges Nachtfenster zur Verfügung.
- Die 6.000 m² sind bereits die tatsächlich zu reinigende Bodenfläche.
- Es geht um Innenflächen des Flughafens, beispielsweise Terminalgänge, Wartezonen und Hallen.
- Die Verteilung auf Etagen und Sicherheitsbereiche ist noch offen.
- Randbereiche und Stellen unter Einbauten werden gesondert erfasst.
Die Flächenangabe wird nicht nochmals pauschal um einen Möbelanteil reduziert. Trotzdem muss geprüft werden, welcher Teil der Fläche für das jeweilige Gerät tatsächlich erreichbar ist.
Die entscheidende Rechnung
Bei acht Stunden Zeit muss das gesamte System durchschnittlich leisten: 6.000 m² ÷ 8 Stunden = 750 m² pro Stunde. Darin müssen sämtliche Unterbrechungen enthalten sein.
| Unterbrechungen insgesamt | Reinigungszeit | Erforderliche aktive Leistung |
|---|---|---|
| Keine | 8 Stunden | 750 m²/h |
| 1 Stunde | 7 Stunden | rund 857 m²/h |
| 2 Stunden | 6 Stunden | 1.000 m²/h |
| 3 Stunden | 5 Stunden | 1.200 m²/h |
Diese Werte sind eigene Berechnungen. Sie zeigen, warum ein Gerät mit nominell ausreichender Flächenleistung im tatsächlichen Ablauf trotzdem zu spät fertig werden kann.
Die sechs Modelle im Überblick
Die Leistungsangaben sind nicht einheitlich gemessen. Theoretische Höchstwerte, Hersteller-Praxisbereiche und Angaben zur vollständigen Flächenreinigung dürfen nicht wie Ergebnisse eines gemeinsamen Tests behandelt werden.
| Modell / Ausführung | Veröffentlichte Flächenleistung | Batterie und Laden | Wasser / Versorgung |
|---|---|---|---|
| Kärcher KIRA B 50, 1.533-002.0 | Max. 2.365 m²/h, theoretisch autonom | 3,5 h Laufzeit; 5,2 h Laden | 55/55 l; Vollversorgung über optionale Dockingstation |
| Cleanfix RA660 Navi XL Gen. 2 | 1.250 m²/h laut Datenblatt | Bis 3,5 h; 40 min auf 80 %, 60 min auf 100 % | 110-l-Membrantanksystem; Versorgung optional |
| Nilfisk Liberty SC50, deutsche 51-cm-Tellerbürsten-Ausführung | Keine belastbare aktuelle Vergleichszahl auf der ausgewerteten deutschen Produktseite | Bis 6 h; konkrete Batterieausführung beachten | Versorgungsablauf im Angebot nachweisen lassen |
| Gausium Scrubber 50, Scheibenbürste gemäß regionaler Spezifikation | 1.987 m²/h theoretisch; 500–1.300 m²/h Hersteller-Praxisbereich | Bis 3 h Scheuersaugen; 2 h Laden | 30/24 l |
| TASKI Ecobot 50 Pro | Max. 1.800 m²/h, theoretisch | 3–8 h ohne eindeutige Moduszuordnung; 2 h Laden | 24/18 l; Dockingkonzept |
| PUDU CC1 Pro | 700–1.000 m²/h vollständige Flächenreinigung | Rund 5 h Scheuersaugen; etwa 3 h Laden | 15/15 l; automatische Versorgung mit entsprechender Station |
1. Kärcher KIRA B 50: Interessant für zusammenhängende Terminalflächen
Der KIRA B 50 besitzt 55 cm Arbeitsbreite und ein Walzenbürstensystem mit Vorkehrfunktion. Die optionale Dockingstation übernimmt Wasserbefüllung, Entleerung, Tankspülung und Laden. Herstellerinformationen von Kärcher.
Einordnung: Der hohe theoretische Leistungswert macht das Modell zu einem Kandidaten für größere offene Bereiche. Der kritische Punkt ist der Batterieplan: Bei 3,5 Stunden Laufzeit müssten für 6.000 m² durchschnittlich rund 1.714 m² je aktiver Reinigungsstunde erreicht werden, um ohne Zwischenladen auszukommen.
Das ist eine anspruchsvolle Anforderung, sobald Gepäck, Absperrungen oder Personen die Fahrt unterbrechen. Die vollständige Ladezeit darf im Nachtplan nicht übersehen werden.
Im Praxistest entscheidend: Wie viel akzeptiert gereinigte Fläche entsteht vor dem ersten Ladestopp? Welche zusätzliche Einsatzzeit ermöglicht eine Zwischenladung?
Vorläufiges Urteil: Ein sinnvoller Vorführkandidat für offene Terminalflächen. Eine einzelne Maschine ist für die komplette Nachtaufgabe anhand des Höchstwertes allein nicht abgesichert.
2. Cleanfix RA660 Navi XL Gen. 2: Interessanter Kandidat durch kurze Ladezeiten
Cleanfix nennt 66 cm Bürstenarbeitsbreite, 1.250 m²/h und bis zu 3,5 Stunden Laufzeit. Das aktuelle Datenblatt beschreibt außerdem kamerafreie Hinderniserkennung und Betrieb bei Dunkelheit. Das sind Herstellerangaben, deren Verhalten im konkreten Terminal geprüft werden muss. Cleanfix-Datenblatt, Generation 2.
Einordnung: Rechnerisch benötigen 6.000 m² bei 1.250 m²/h 4,8 aktive Stunden. Damit wäre eine Ladeunterbrechung erforderlich. Die veröffentlichte Ladezeit von einer Stunde auf 100 Prozent lässt grundsätzlich Spielraum für einen zweiten Einsatzblock.
Diese Rechnung enthält noch keine Wasserstopps, Umwege oder Leistungseinbußen. Das größere Tanksystem reduziert nicht automatisch jeden Versorgungsbedarf: Wasserverbrauch und Reinigungsprogramm bleiben entscheidend.
Im Praxistest entscheidend: Erreicht das Gerät die erforderliche Nachtfläche einschließlich einer Ladepause und sämtlicher Versorgungsvorgänge?
Vorläufiges Urteil: Für das definierte Achtstundenfenster besonders prüfenswert. Die Kombination aus Flächenleistung und Schnellladung ist plausibel, aber noch kein Leistungsnachweis im Flughafen.
3. Nilfisk Liberty SC50: Lange Laufzeit als Ausgangspunkt
Für die betrachtete deutsche Ausführung nennt Nilfisk bis zu sechs Stunden selbstständige Reinigung. Routen lassen sich unter anderem über einen aufgezeichneten Bereich anlegen. Nilfisk Liberty SC50, deutsche Ausführung.
Einordnung: Wenn sechs aktive Stunden verfügbar wären, müsste das Gerät durchschnittlich 1.000 m²/h erreichen. Ob dies auf den vorgesehenen Flächen gelingt, ist offen.
Bei der Bestellung muss die genaue Batterie- und Maschinenvariante feststehen. Laufzeitangaben anderer Länder oder Ausführungen sollten nicht auf das deutsche Angebot übertragen werden.
Im Praxistest entscheidend: Wie lange arbeitet die angebotene Konfiguration tatsächlich im benötigten Scheuersaugprogramm? Wie viele manuelle Wasserwechsel und Eingriffe sind erforderlich?
Vorläufiges Urteil: Ein Kandidat für einen begleiteten Nachtbetrieb. Eine weitgehend selbstständige Versorgung darf ohne konkret angebotene Ausstattung nicht vorausgesetzt werden.
4. Gausium Scrubber 50: Stark von Fläche und Ausführung abhängig
Die ausgewertete regionale Herstellerseite nennt für die Scheibenbürsten-Ausführung einen Praxisbereich von 500–1.300 m²/h. Gerade diese breite Spanne ist für die Beschaffung aufschlussreich. Die genaue in Deutschland angebotene Konfiguration muss bestätigt werden. Gausium-Spezifikation.
Einordnung: Bei 1.300 m²/h wären rechnerisch rund 4,6 aktive Stunden nötig, bei 500 m²/h dagegen zwölf Stunden. Damit kann dasselbe Modell je nach Einsatzbedingungen passend oder klar zu langsam sein.
Mit maximal drei Stunden Scheuersauglaufzeit und zwei Stunden Ladezeit muss der Arbeitsplan mindestens einen weiteren Einsatzblock ermöglichen.
Im Praxistest entscheidend: Liegt die echte Leistung des angebotenen Geräts ausreichend über 1.000 m²/h, wenn Lade- und Versorgungszeiten berücksichtigt werden?
Vorläufiges Urteil: Für Teilbereiche oder gut strukturierte Flächen interessant. Für die gesamten 6.000 m² bleibt die konkrete Nachtleistung ausschlaggebend.
5. TASKI Ecobot 50 Pro: Versorgung und Betriebsmodus genau klären
TASKI nennt 50 cm Arbeitsbreite und maximal 1.800 m²/h theoretische Produktivität. Die veröffentlichte Betriebszeit von drei bis acht Stunden ist auf der Produktseite nicht eindeutig einem bestimmten Reinigungsmodus zugeordnet. TASKI Ecobot 50 Pro.
Einordnung: Acht Stunden Betriebszeit dürfen deshalb nicht als acht Stunden Scheuersaugen angesetzt werden. Das theoretische Flächenminimum liegt bei rund 3,3 aktiven Stunden. Der tatsächliche Ablauf wird länger dauern. Wichtig sind eine schriftlich bestätigte Scheuersauglaufzeit und die vollständige Beschreibung der Dockingvorgänge.
Im Praxistest entscheidend: Welche Fläche wird mit dem vereinbarten Wasserauftrag, Bürstendruck und Qualitätsniveau bis zum Ladestopp fertig?
Vorläufiges Urteil: Ein geeigneter Vergleichskandidat für mittelgroße Zonen. Vor einer belastbaren Einmaschinenplanung fehlen konkrete Betriebsdaten für den vorgesehenen Modus.
6. PUDU CC1 Pro: Eher als Zonenlösung betrachten
PUDU unterscheidet ausdrücklich zwischen vollständiger Flächenreinigung und punktueller Schmutzbeseitigung. Für die Vollreinigung werden 700–1.000 m²/h genannt. Die höheren Werte für Spot-Reinigung sind für unsere 6.000-m²-Aufgabe nicht anwendbar. PUDU CC1 Pro.
Einordnung: Allein die aktive Vollreinigung würde rechnerisch sechs bis rund 8,6 Stunden dauern. Bei ungefähr fünf Stunden Scheuersauglaufzeit ist ein weiterer Ladebedarf zu erwarten.
Eine einzelne Maschine bietet deshalb nach diesen Angaben wenig Reserve. Zwei Maschinen mit getrennten Bereichen könnten eine andere Lösung ergeben; dafür müssen Gesamtpreis, Stationsbedarf und Betreuung verglichen werden.
Im Praxistest entscheidend: Ist das Modell als kompakte Ergänzung wirtschaftlicher als eine größere Maschine?
Vorläufiges Urteil: Für einzelne Zonen oder ein Mehrmaschinenkonzept prüfen. Als alleinige Lösung für die gesamte Nachtfläche erscheint es unter diesen Annahmen weniger überzeugend.
Was am Flughafen zusätzlich geprüft werden muss
Passagierverkehr und wechselnde Hindernisse
Ein Flughafen ist nachts nicht automatisch leer. Gepäckstücke, wartende Personen, Reinigungswagen und kurzfristige Absperrungen können die Reinigung unterbrechen. Im Test sollte dokumentiert werden, ob der Roboter ausgelassene Bereiche später erneut anfährt. Eine abgeschlossene Mission ist nicht automatisch eine vollständig gereinigte Fläche.
Glas und spiegelnde Oberflächen
Die Vorführung muss an den tatsächlich vorhandenen Glaswänden, Türen und Bodenoberflächen stattfinden. Allgemeine Aussagen zur Hinderniserkennung ersetzen diesen Versuch nicht.
Sicherheitsbereiche und Türen
Luftseitige und landseitige Bereiche, Zutrittskontrollen und Türsysteme gehören in die Einsatzplanung. Eine angebotene Aufzugs- oder Türschnittstelle bedeutet noch nicht, dass sie in der vorhandenen Flughafeninfrastruktur genutzt werden kann.
Reinigungsqualität und Restfeuchte
Bewertet werden müssen Schmutzentfernung, Streifenbildung und Restfeuchte. Ein schneller Durchgang ist wirtschaftlich wenig wert, wenn anschließend nachgereinigt werden muss.
Versorgung und Störungsreaktion
Wer bereitet das Gerät vor, reinigt die Maschine nach dem Einsatz und reagiert auf eine Störung? Der Standort der Station beeinflusst Fahrwege und Zeitbedarf. Ein weit entfernter Versorgungsraum kann einen Teil des Produktivitätsvorteils aufzehren.
So sollte der gemeinsame Vergleichstest aussehen
Alle sechs Anbieter sollten dieselbe Aufgabenbeschreibung erhalten. Für eine engere Auswahl empfiehlt sich anschließend ein Test über mehrere repräsentative Nächte.
| Messgröße | Was erfasst werden sollte |
|---|---|
| Akzeptiert gereinigte Fläche | Einmalig gereinigte Fläche mit vereinbarter Qualität; keine doppelte Zählung |
| Gesamtdauer | Vom geplanten Start bis zur fertiggestellten Aufgabe |
| Manuelle Eingriffe | Anzahl, Ursache und Dauer |
| Betreuungszeit | Vorbereitung, Versorgung, Störungen und Nachbereitung |
| Nacharbeit | Nicht erreichte oder unzureichend gereinigte Bereiche |
| Versorgung | Tatsächliche Lade-, Wasser- und Stationszeiten |
| Zuverlässigkeit | Vollständige Aufgabenerfüllung pro Nacht |
| Betriebsverträglichkeit | Behinderungen, Unterbrechungen und Auffälligkeiten |
Vorschlag für das Abnahmekriterium: Die vereinbarten 6.000 m² müssen innerhalb des Nachtfensters in der festgelegten Qualität fertig werden. Zulässige Betreuungszeit, Restflächen und Ausnahmen werden vorher schriftlich vereinbart.
Wirtschaftlichkeit: Was kostet der akzeptiert gereinigte Quadratmeter?
Öffentlich genannte Gerätepreise ergeben noch keinen fairen Vergleich. Für alle Anbieter sollte ein vollständiges Angebot angefordert werden, einschließlich:
- Maschine, Batterie und notwendiger Station.
- Installation und Infrastrukturanschlüssen.
- Kartierung, Einrichtung und Schulung.
- Software, Lizenzen und Fernzugriff.
- Wartung, Verschleißteilen und Batterieersatz.
- Servicezeiten und einer Lösung bei Ausfall.
- Verbleibender Personal- und Nacharbeitszeit.
Gesamtkosten im Betrachtungszeitraum ÷ akzeptiert gereinigte Fläche im selben Zeitraum.
Personaleinsparung sollte erst angesetzt werden, wenn Arbeitsstunden tatsächlich entfallen oder nachweisbar für andere notwendige Aufgaben frei werden. Vertiefung: Wirtschaftlichkeit von Reinigungsrobotern und Kaufen, leasen oder mieten?
Welche Modelle würde ich zuerst vorführen lassen?
Für eine überwiegend offene Terminalfläche würde ich zunächst Cleanfix RA660 Navi XL Gen. 2 und Kärcher KIRA B 50 in einen direkten Nachtvergleich nehmen. Das ist eine redaktionelle Auswahl für den Praxistest, keine belegte Rangliste.
Bei Cleanfix ist besonders der Ablauf mit Zwischenladung interessant. Bei Kärcher muss sich zeigen, ob hohe tatsächliche Produktivität und Ladeplanung zusammenpassen. Nilfisk, Gausium und TASKI bleiben relevante Vergleichskandidaten, insbesondere bei einer Aufteilung in mehrere Zonen. PUDU CC1 Pro würde ich als kleinere Zonenlösung oder im Mehrmaschinenkonzept betrachten.
Ein belastbarer Sieger lässt sich erst benennen, wenn Fläche, Qualität, Betreuungszeit und Gesamtkosten unter denselben Bedingungen gemessen wurden.
Ihr nächster Schritt: Erst die Aufgabe, dann die Maschine
Notieren Sie tatsächliche Reinigungsfläche, Bodenbelag, Nachtfenster, erlaubte Fahrwege und Qualitätsanforderungen. Lassen Sie sich anschließend einen Ablauf einschließlich Laden und Wasserversorgung vorführen.
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Informationen zum geplanten Robotik-Investitionscheck; noch nicht buchbar. Unklare Intervalle oder Verfahren bearbeiten Sie mit der Klärungsliste für Reinigungsvorgaben.